Bei mir hat es relativ lange gedauert bis ich verstanden habe, was ein Tag ist (siehe Tags und Tags). Schließlich habe ich verstanden, das ein Tag ein Schlüsselwort (engl. keyword) ist, mit dem man einen Artikel, ein Foto oder ein beliebiges Objekt im Internet beschreibt. Diesen Artikel könnte ich jetzt schon mit drei Tags versehen: "Theorie", "Tag" und "Schlüsselwort". Mithilfe dieser Tags könnte es einem Surfer erleichtert werden, meinen Artikel im Web zu finden.

Die Frage der Strukturierung kann man aber auch noch von einem theoretisch höheren Standpunkt betrachten. Jetzt kommen die Begriffe Taxonomie und Folksonomy ins Spiel:

Unter einer Taxonomie bzw. Taxonomy versteht man ein System von Kategorien. Dabei werden bestimmte Objekte in Kategorien und Unterkategorien eingeteilt. Auf einer Webseite ist der Pfad zu einen Artikel eine Taxonomie. Zum Beispiel teilt "Nachrichten>Ausland>Irak" die Artikel einer Website in Kategorien und Unterkategorien ein.

Interessant ist wie der Begriff Folksonomy enstanden ist. Den Begriff gibt es meines Wissen nur in der englischen Version. Er beschreibt nichts anderes als das Kennzeichnen von Objekten durch Tags, also die Schlüsselworte mit denen Webseiten wie Flickr und Technorati Inhalte einteilen. Folksonomy ist wörtlich übersetzt die Taxonomie des Volkes. Ein Einteilung von Objekten, die erst durch das Internet große Verbreitung gefunden hat.

Wenn man es richtig philosophisch sieht, könnte das Beschreiben der Dinge durch Tags sogar unsere Sicht auf die Welt ändern. Denn letztlich erschafft jeder Mensch ein eigenes Tag-Universum, beschreibbar durch eine Tag cloud.

Anmerkung: Ich habe auf die Artikel in der englischen Wikipedia verlinkt, da sie den Sachverhalt ausführlich beschreiben und da ich durch diese Artikel der Theorie des Taggings ein Stück näher gekommen bin. icon_smile.gif